Waltraut Cooper | ONA B.

Waltraut Cooper | ONA B.

Waltraut Cooper
ONA B.

Strategische Komplemente VII

Vernissage: Samstag, 18. Mai 2019, 17:00

Theoretische Begleitung: Peter Bogner

] ÖFFNUNGSZEITEN [
Samstag 18/05/2019 15:00–20:00
Sonntag 19/05/2019 15:00–20:00
Samstag 25/05/2019 17:00–19:00
Sonntag 26/05/2019 15:00–17:00
Donnerstag 30/05/2019 15:00–17:00
Samstag 01/06/2019 17:00–19:00
Sonntag 02/06/2019 15:00–17:00

Finissage: Sonntag, 2. Juni 2019, 15:00
[Die Künstlerinnen sind anwesend]

 

PERFORMANCE
Robert Michael Weiss und ONA B.
Rapid EYE/EAR Movement
electronics & voice

Die künstlerische Thematisierung (gesellschafts)politischer oder philosophischer Haltungen hat ihre Tücken: Oft genug wird der künstlerische Level einer Arbeit zugunsten theoretischer Hintergedanken marginalisiert. Tatsächlich soll aber künstlerische Arbeit auch völlig ohne angehängten verbaltheoretischen Unterbau bestehen können und sich selbst genügen.

 

Kein Problem bei Waltraut Cooper und ONA B.:

 

Waltraut Cooper ist Mathematikerin und Physikerin und gleichzeitig Pionierin der österreichischen Medien- und Digitalkunst. Sie kultiviert erfolgreich ihre beiden Seelen, indem sie in ihrer künstlerischen Arbeit mathematische Methoden anwendet und ihre Formensprache diesen wissenschaftlich-exakten Regelwerken unterwirft. Ihre Methode der ästhetisierten binären Codierung hebt vermeintlich selbstverständliche und zum Gemeingut gehörende Botschaften auf eine abstrahiert-künstlerische Ebene. Will man ihre bildnerische Produktion theoretisch hinterfragen und rückübersetzen, wird man zwangsläufig zur Überprüfung eben dieser Selbstverständlichkeit eingeladen. Die Teilnehmerin der Biennale und Architekturbiennale Venedig kann auf zahlreiche, beeindruckend große Umsetzungen ihrer formal streng reduzierten Konzepte und Entwürfe auf Großbauten in aller Welt verweisen.

 

ONA B. ist Mitglied der mittlerweile legendären Künstlerinnengruppe Die Damen und ebenfalls international in zahllosen Ausstellungen gezeigt. Auf den ersten Blick ist sie völlig konträr unterwegs: Sie delegiert die mentale Logistik einer feministisch-politischen Position und Intention an ihre radikal-expressive, oft angriffslustige, dabei auch amüsante, sehr persönliche und unverwechselbare bildnerische Poesie, die in ihrer Vielschichtigkeit, Konsequenz und Intensität ganz weit über einfache, verbal formulierbare Postulate hinausgeht. Ihre Formensprache ist dabei vollkommen anders als die Coopers, trotzdem sind auch ihre künstlerischen Entscheidungen konzeptionell und formal letztlich streng und kompromisslos.

 

Es sind gerade auch die elementaren Unterschiede in den konsequent eigenständigen formalen Entscheidungen der beiden Künstlerinnen, die die Strategischen Komplemente VII zu einer harmonischen Ausstellung machen.

cooper-b_rgb